Was in dem Brief steht — und was nicht

Das Verlängerungsangebot Ihrer Bank ist ein gutes Dokument. Es ist korrekt, es ist verständlich, und es ist bequem. Es ist nur eines nicht: das beste Angebot am Markt.

Was drinsteht: die Laufzeiten, die Ihre Bank anbietet, und die Sätze, die Ihre Bank verlangt.

Was nicht drinsteht:

Warum das Angebot nicht das beste ist

Das ist keine Unterstellung, sondern Geschäftslogik. Ihre Bank weiss zwei Dinge: Sie haben in wenigen Wochen Ablauf, und die meisten Kundinnen und Kunden unterschreiben, was kommt. Ein Anbieter, der Sie neu gewinnen will, hat diesen Vorteil nicht — er muss über den Preis kommen. Genau daraus entsteht die Spanne.

Was die Bequemlichkeit kostet

Nehmen wir eine Hypothek von CHF 600'000, wie sie in Basel, im Aargau oder im Kanton Solothurn typisch ist. Zehn Jahre fest:

VarianteZinssatzPro JahrÜber 10 Jahre
Angebot der Hausbank1.90 %CHF 11'400CHF 114'000
Nach einem Gespräch mit Vergleichsofferte1.75 %CHF 10'500CHF 105'000
Günstigster Anbieter am Markt1.60 %CHF 9'600CHF 96'000
UnterschiedCHF 18'000

Modellrechnung auf gleichbleibender Hypothek, ohne Amortisation. Die Sätze sind Richtwerte im Rahmen der aktuellen Marktspanne von 1.45 bis 2.20 % für zehn Jahre, Stand September 2026.

CHF 18'000 für ein Telefonat und zwei Wochen Vorlauf. Das ist mehr, als die meisten Haushalte in derselben Zeit beim Einkaufen, beim Versicherungsvergleich und beim Strom zusammen sparen.

Was zahlen Sie — und was zahlen andere?

Sagen Sie uns Restschuld, Ablaufdatum und Ihren heutigen Satz. Wir holen die Konditionen von über 40 Banken, Versicherungen und Pensionskassen ein — kostenlos und unverbindlich.

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Die drei Sätze, die Sie antworten

Sie müssen nicht streiten und keine Drohung aussprechen. Drei Sätze genügen — per Mail an Ihre Beraterin oder Ihren Berater:

Vorlage zum Kopieren

„Guten Tag [Name]

Vielen Dank für Ihr Verlängerungsangebot. Bevor ich entscheide, hole ich Vergleichsofferten ein.

Zwei Fragen dazu: Wie hoch ist meine aktuelle Belehnung nach Ihrer Bewertung, und was ist Ihr bestes Angebot für 5 und für 10 Jahre?

Ich entscheide bis [Datum, drei Wochen später]. Freundliche Grüsse"

Warum diese drei Sätze funktionieren:

Der Zeitplan, der wirklich zählt

WannWas
18–12 Monate vorherVergleich einholen. Jetzt haben Sie eine echte Wahl — und eine Forward-Lösung wäre überhaupt möglich.
12–6 Monate vorherAngebote vergleichen, mit der Hausbank reden, Belehnung klären lassen.
6–3 Monate vorherEntscheiden und unterschreiben. Ein Anbieterwechsel braucht Vorlauf — Grundbuch, Schuldbrief, Kündigung.
3–0 Monate vorherHier kommt der Brief der Bank. Wer erst jetzt anfängt, verhandelt ohne Alternative.

Die meisten fangen in der letzten Zeile an. Das ist der ganze Grund, warum die Hausbank so oft gewinnt — nicht der Preis, sondern der Kalender.

Die fünf Fehler

  1. Unterschreiben, weil der Brief liegt. Es gibt keine Frist im Brief, die Sie zwingt. Der einzige echte Termin ist das Ablaufdatum Ihres Vertrags.
  2. Nur auf den Zinssatz schauen. Fragen Sie auch nach Bearbeitungsgebühren, Schätzungskosten, Schuldbriefänderungen und ob eine Teilamortisation ohne Kosten möglich ist.
  3. Gar nicht reagieren. Läuft eine Festhypothek aus, ohne dass etwas vereinbart wurde, geht sie in der Regel automatisch in eine variable Hypothek über. Die ist meist deutlich teurer als jede Festhypothek — der schlechteste Ausgang von allen.
  4. Alles wieder auf eine Laufzeit legen. Dann stehen Sie in zehn Jahren erneut vor derselben Alles-oder-nichts-Entscheidung. Zwei oder drei Tranchen mit versetzten Laufzeiten glätten das.
  5. Den Wechsel wegen des Aufwands scheuen. Ein Anbieterwechsel bei Ablauf kostet Sie keine Ausstiegsgebühr — die Hypothek endet ja regulär. Der Papierkram ist überschaubar und wird Ihnen normalerweise abgenommen.

Was gerade am Markt passiert

Die Teuerung ist im August 2026 auf 0.8 % gestiegen — der höchste Wert seit einem Jahr. Der SNB-Leitzins steht weiter bei 0.0 %, der nächste Entscheid fällt am 24. September. Für Sie heisst das: SARON bleibt günstig, bei den langfristigen Festhypotheken zeigt die Tendenz eher nach oben als nach unten. Ein Grund mehr, früh statt spät zu vergleichen.

Ihre Hypothek läuft in den nächsten 18 Monaten aus?

Dann sind Sie genau im richtigen Fenster. Wir sagen Ihnen in wenigen Tagen, ob Ihr Angebot fair ist — und was sonst möglich wäre.

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Häufige Fragen

Muss ich das Angebot meiner Bank annehmen?

Nein. Bei Ablauf einer Festhypothek sind Sie frei: verlängern, nachverhandeln oder wechseln. Eine Ausstiegsgebühr fällt nicht an, weil der Vertrag regulär endet.

Verärgere ich meine Bank, wenn ich vergleiche?

Nein. Das ist völlig üblich, und die Bank rechnet damit. Viele Kundinnen und Kunden bekommen nach einer Vergleichsofferte ein besseres Angebot derselben Bank — und bleiben.

Wie viel Zeit brauche ich für einen Wechsel?

Rechnen Sie mit zwei bis drei Monaten bis zur Ablösung. Deshalb sollte die Entscheidung spätestens drei Monate vor Ablauf stehen.

Was, wenn ich den Zeitpunkt schon verpasst habe?

Auch dann lohnt sich ein Anruf. Bis zum Ablaufdatum lässt sich fast immer noch etwas bewegen — und wenn die Hypothek bereits variabel läuft, umso dringender.

Ist ein längerer oder kürzerer Abschluss besser?

Das hängt davon ab, wie viel Planungssicherheit Sie brauchen und ob Sie Schwankungen aushalten. Pauschal ist weder fünf noch zehn Jahre richtig — die Aufteilung auf mehrere Tranchen ist meistens die ruhigste Lösung.

Quellen

Marktspanne Festhypotheken 10 Jahre: 1.45–2.20 %, Übersichten September 2026

Bundesamt für Statistik — Landesindex der Konsumentenpreise, August 2026: Jahresteuerung 0.8 %

Schweizerische Nationalbank — nächste geldpolitische Lagebeurteilung am 24. September 2026

Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 12. September 2026. Die Rechenbeispiele sind Modellrechnungen. Verbindlich ist nur eine schriftliche Offerte.

→ Verlängern: der ganze Ablauf → Verlängern in Basel → SARON oder Festhypothek? → Aktuelle Zinslage