Aktuell EZB erhöht Leitzins auf 2.25% — SNB-Entscheid folgt am 18. Juni 2026

Was die EZB heute entschieden hat

Christine Lagarde hat heute die erste Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank seit 2023 verkündet: Der EZB-Leitzins steigt um 0.25 Prozentpunkte auf 2.25%. Der Grund: Die Inflation in der EU lag im Mai bei über 3% — weit über dem EZB-Zielband von 0 bis 2%.

EU-Inflation Mai 2026

>3%
EZB-Zielband: 0–2%

Schweizer Inflation April 2026

0.6%
SNB-Zielband: 0–2% ✓

EZB-Ökonom Stefan Gerlach ordnet den Schritt ein: Die Zinserhöhung sei als Vorsichtsmassnahme zur Stärkung der Glaubwürdigkeit der EZB zu verstehen — nicht als Beginn eines aggressiven Straffungszyklus. Die Kerninflation sei mit 2.5% noch relativ stabil.

Was das für die Schweiz bedeutet

Die gute Nachricht zuerst: Die Schweiz ist nicht die Eurozone. Die SNB führt eine eigenständige Geldpolitik — und die Ausgangslage ist grundlegend anders.

Schweiz vs. Eurozone im Vergleich

EU: Inflation über 3%, EZB erhöht auf 2.25%

Schweiz: Inflation bei 0.6%, SNB-Leitzins bei 0% — Franken schützt vor Importinflation

Die meisten Ökonomen erwarten, dass die SNB am 18. Juni den Leitzins unverändert bei 0% belässt. Die Graubündner Kantonalbank schreibt: Solange die Inflation nicht deutlich über 1% steigt, dürfte die SNB zuwarten.

Warum Festhypotheken trotzdem teurer werden könnten

Hier liegt der eigentliche Effekt für Schweizer Eigenheimbesitzer. Festhypotheken orientieren sich nicht primär am SNB-Leitzins, sondern an den Renditen von Staatsanleihen — und diese haben bereits auf die EZB-Erwartungen reagiert.

Wichtig für Festhypotheken

Die Renditen von Schweizer Staatsanleihen sind seit Kriegsbeginn im Nahen Osten leicht gestiegen. Das bedeutet: Wer eine Festhypothek verlängern oder neu abschliessen möchte, könnte in den nächsten Wochen leicht höhere Konditionen antreffen als noch vor einem Monat.

SARON-Hypothek: Vorerst stabil

Die SARON-Hypothek orientiert sich direkt am SNB-Leitzins. Solange die SNB bei 0% bleibt — was für 2026 mehrheitlich erwartet wird — bleiben SARON-Zinsen stabil. Der aktuelle SARON liegt bei ca. 0.87%.

Was Sie jetzt tun sollten

  1. Festhypothek verlängern: Wenn Ihre Hypothek in den nächsten 12–18 Monaten ausläuft, lohnt es sich jetzt zu vergleichen — bevor Kapitalmarktrenditen weiter steigen.
  2. SARON-Hypothek prüfen: Bei kurzem Zeithorizont und stabiler SNB bleibt SARON attraktiv. Aber: Absicherung durch Tranchen-Strategie sinnvoll.
  3. Nicht auf den SNB-Entscheid warten: Der 18. Juni bringt wahrscheinlich keine Überraschung — aber die Märkte haben längst reagiert.

Unsere Einschätzung

Die EZB-Erhöhung ist ein Signal, kein Schock für die Schweiz. Kurzfristig ändert sich wenig. Mittelfristig — also ab 2027 — könnten die Festhypothekenzinsen jedoch leicht anziehen, falls die Inflation in der Schweiz auf über 1% steigt. Wer jetzt eine Festhypothek über 5–10 Jahre abschliesst, sichert sich noch attraktive Konditionen.

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