Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat am 18. Juni 2026 entschieden, den Leitzins unverändert bei 0% zu belassen. Während die EZB und die Bank of Japan ihre Zinsen erhöhen, setzt SNB-Präsident Martin Schlegel weiterhin auf Kontinuität. Für Schweizer Eigenheimbesitzer und Hypothekarnehmer hat dieser Entscheid direkte Auswirkungen — je nach Hypothekarmodell unterschiedlich stark.
Was hat die SNB entschieden?
Die SNB belässt den Leitzins zum dritten Mal in Folge bei 0 Prozent. Dieser Leitzins gilt seit dem 19. Juni 2025, als die SNB ihn von 0.25% auf 0% gesenkt hatte. Bankexperten und Märkte hatten den heutigen Entscheid weitgehend erwartet — 28 von 29 befragten Ökonomen gingen im Vorfeld von einem unveränderten Leitzins aus.
Die SNB begründet ihren Entscheid mit der stabilen, aber tiefen Inflationslage in der Schweiz. Die Inflation liegt aktuell nahe null Prozent — im Zielkorridor der Nationalbank zwischen 0% und 2%, aber am unteren Rand. Gleichzeitig beobachtet die SNB die Stärke des Schweizer Frankens mit Sorge und hält sich ausdrücklich vor, am Devisenmarkt zu intervenieren, sollte der Franken übermässig aufwerten.
Der SNB-Leitzins beeinflusst direkt den SARON (Swiss Average Rate Overnight), der als Referenzzins für SARON-Hypotheken gilt. Ein unveränderter Leitzins bei 0% bedeutet, dass SARON-Hypotheken kurzfristig günstig bleiben.
Was bedeutet das für SARON-Hypotheken?
SARON-Hypotheken profitieren direkt von der Nullzinspolitik der SNB. Der SARON liegt aktuell bei rund -0.05%, womit der effektive Hypothekarzins — inklusive Bankenmarge — bei rund 0.87% liegt. Das ist historisch tief und macht SARON-Hypotheken derzeit sehr attraktiv.
Allerdings gilt: SARON-Hypotheken sind keine Langfristgarantie. Experten erwarten, dass die SNB den Leitzins frühestens Mitte 2027 auf 0.25% anheben könnte. Wer heute eine SARON-Hypothek abschliesst, sollte einen möglichen Zinsanstieg einkalkulieren.
Was bedeutet das für Festhypotheken?
Festhypotheken orientieren sich weniger am SNB-Leitzins als an den Kapitalmarktzinsen — konkret an den Swap-Sätzen für verschiedene Laufzeiten. Diese sind seit Ende Februar 2026 leicht gestiegen, obwohl der SNB-Leitzins unverändert blieb. Der Grund: Höhere Inflationserwartungen international und steigende Zinsen der EZB und Bank of Japan beeinflussen auch die Schweizer Kapitalmarktzinsen.
- Festhypothek 2 Jahre: ca. 1.21%
- Festhypothek 5 Jahre: ca. 1.32%
- Festhypothek 7 Jahre: ca. 1.50%
- Festhypothek 10 Jahre: ca. 1.65%
Diese Richtwerte variieren je nach Bank und individuellem Dossier um bis zu 0.5 Prozentpunkte. Ein unabhängiger Vergleich lohnt sich deshalb immer.
Was erwartet uns beim nächsten SNB-Entscheid?
Der nächste Zinsentscheid der SNB findet am 24. September 2026 statt. Die Mehrheit der Bankexperten erwartet erneut keine Veränderung. Die LUKB geht davon aus, dass der Leitzins auf Sicht von 12 Monaten auf 0.25% steigen könnte — was zu einem moderaten Anstieg der Festhypothekarzinsen führen würde.
Leitzins SNB: Wahrscheinlich 0% bis Ende 2026. Festhypotheken: Moderater Anstieg von 0.10–0.20% möglich. SARON: Bleibt vorerst günstig, Aufwärtsdruck frühestens 2027.
Was sollen Hypothekarnehmer jetzt tun?
Das aktuelle Zinsumfeld ist für Eigenheimbesitzer aussergewöhnlich günstig — aber es wird nicht ewig so bleiben. Wer jetzt handelt, sichert sich attraktive Konditionen. Konkret empfehlen wir:
- Bestehende SARON-Hypothek: Prüfen Sie, ob ein Wechsel in eine Festhypothek sinnvoll ist — Planungssicherheit hat ihren Wert.
- Ablaufende Festhypothek: Handeln Sie frühzeitig. Bis zu 12 Monate im Voraus können Sie Forward-Hypotheken zu aktuellen Konditionen abschliessen.
- Neukauf: Jetzt vergleichen. Wer nur bei einer Bank anfragt, verliert schnell CHF 10'000–25'000 über die Laufzeit.
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Der SNB-Entscheid vom 18. Juni 2026 bringt keine Überraschungen: Nullzins bleibt. Für Hypothekarnehmer heisst das kurzfristig günstige Bedingungen — insbesondere bei SARON-Hypotheken. Mittelfristig zeichnet sich ein moderater Zinsanstieg ab. Wer jetzt vergleicht und optimiert, spart — wer wartet, zahlt morgen mehr.